Mein neues Projekt

„Wir rebellieren.
Aus Trotz. So wie Teenager.
Aus Liebe zur Freiheit.
Aus Missgunst, weil die Bösen verlieren müssen.
Denn so ist es auch in allen Märchen:
Das Gute gewinnt immer.
Jedenfalls wäre es schön, wenn es so wäre.“
-Kayn Kellow, Eintrag 1 aus dem Logbuch der Unbeugsamen

OMG, es tut mir so leid, ich hab so wenig Zeit und auch manchmal zu wenig Elan um weiterzumachen, ich versuche mich zu bessern.

(Klar, das sag ich jetzt. Jetzt kann ich erst mal wieder zwei Wochen nichts bringen. Schande über mich.)

(Hatte ich nicht erwähnt, dass ich mit einem neuen Projekt beginne? Ich präsentiere: DOMINOSchrägstrichGEMINAE!

Domino ist ein Utopia der Zukunft, auf einem Planeten namens Geminae. Die Regierung ist durch und durch korrupt und regiert das Volk nur scheinbar demokratisch. Aber eine Rebellengruppe kommt hinter die Schatten des Ganzen…

…zugegeben, es liegt noch sehr viel Arbeit an. Aber hier schonmal eine Kostprobe, der Grundstein von DOMINOSchrägstrichGEMINAE!!!!

P.S.: Nyo ist als Name schon wieder Geschichte. Mein Protagonist wird Nyco heißen. Habs noch nicht geändert…

„Nachdem die Erde von immer stärker werdenden, umweltbedingten Anomalien, vermutlich ausgelöst durch die nicht aufzuhaltende Erderwärmung, kurz vor der Unbewohnbarkeit stand, entdeckten wir den Planeten Geminae, eine exakte Nachbildung unseres Planeten. Nicht nur Größe und Klima waren völlig identisch, kurioser Weise glich die Anordnung der Land- und Wassermassen des Planeten auf exakte Weise der der Erde. Mit einem, in Anbetracht der anderen wundersamen Gleichheiten, nur minimalen Unterschied.“
– Auszug aus Prof. Melanyks Bericht zur Entdeckung Geminaes

1.
Nathaniel Enan Plain war ein groß gebauter, schlanker Mann mit einem markanten Gesicht und stechend blauen Augen, aus denen Nyo einfach nicht schlau wurde. Tausendmal schon hatte er sich gefragt, welche Geheimnisse sein Kamerad verbarg, warum seine Haare so unnatürlich weiß waren (obwohl er nicht älter als 35 sein konnte) und er immer einen Gehstock bei sich trug. Eine Antwort hatte Nyo nie erhalten – woher auch. Enan war ein Mensch, der nur wenig von sich offenbarte. Was in Anbetracht auf seinen Beruf auch sehr vorteilhaft war. Aber kann man ‚Rebell‘ eigentlich als Beruf bezeichnen?
Rebell zu sein ist wohl eher eine Überzeugung. Eine Überzeugung, der auch Enan folgte, und dewegen respektierte Nyo seinen Freund, auch wenn sie in einigen Dingen völlig unterschiedliche Ansichten hatten. Enan pflegte eine Denkensweise, die zwischen Realismus und Philosophie schwebte, während Nyo eher eine vom Optimismus geprägte Ernsthaftigkeit bevorzugte. Darüber hinaus war Nyo ein Teammensch – Enan nicht. Ob er sich deswegen genierte, mit Nyo zusammen eine Mission durchzuführen, konnte dieser in seinem Gesicht nicht ablesen. Enans Lächeln überdeckten seine wahren Gefühle.
Nyo wand sich ab und beobachtete ein kleines Mädchen mit Schulranzen, dass stehend ein Buch las. Sie war viel zu früh für die Schule.
„Okay, seid ihr bereit?“
Karay klang nicht nervös, höchstens aufmerksam. Es beruhigte Nyo, ihre Stimme zu hören, und sei es nur durch einen Ohrstecker. Er räusperte sich – das vereinbarte Zeichen.
Enan lächelte ihn nur weiter an. Er war immer bereit.
„Gut“, fuhr Karay fort. „Also, gehen wir es noch einmal durch. Ihr wartet die Rush-Hour ab, um punkt neun sollte das Terminal menschenleer sein. Dann nehmt ihr die Fuller-Line und fahrt zur Institutio-Gesamtschule. Dort bekommt ihr weitere Anweisung.“
„Nächster Halt: Stadtmitte. Endstation. Wir wünschen ihnen einen erfüllten Tag in ihrer Heimat DOMINO.“, ertönte eine Computerstimme und kündigte damit das Ziel ihrer Reise an. Die Leute ließen von ihren Kommunikationsgeräten ab und bereiteten sich darauf vor, aus der S-Bahn über den überfüllten Bahnhof ihren Weg zur Arbeit zu finden. Um Enan und Nyo herum wurde es laut.
„Karay, wir sind den Plan doch bestimmt zehnmal durchgegangen, du brauchst und keine weiteren Anweisungen geben.“, beteuerte Nyo. „Wir wissen alles. Durch den Funkkontakt erhöhen wir nur unser Risiko, entdeckt zu werden.“
„Vergiss es, Freundchen. Weißt du noch, was das letzte Mal passiert ist, als Du, Enan und Fax ohne jegliche Anweisungen von mir zu einer Mission aufgebrochen ward? Ihr habt euch verlaufen. Nach zwei Minuten!“
„Hach ja, verlaufen in einem Käfig!“, schwärmte Enan, während sie die Treppen ansteuerten. „Eine Ironie des Schicksals.“
„Ich fand das nicht so witzig, Enan!“, erwiderte Karay aufgebracht. „Jetzt steht ihr alle drei in den Akten.“
„Was können wir dafür, dass die Wächter jeden Schiss den sie fangen in den Akten verzeichnet“, hörte Nyo Jake im Hintergrund fluchen.
„Sei still, Jake.“
Die Verbrecherquote in Domino tendiert zwischen null und null Komma fünf Prozent. Und zwar nicht nur durch die Tatsache, dass Wachen in der ganzen Stadt verteilt waren, die jeden Winkel genaustens im Blick haben. Im Gegenteil, die Wachen sind eigentlich nur Schau, die meisten wahrscheinlich nicht einmal ausgebildet. Sie stehen an allen Ecken, damit die Leute sich sicher fühlen. Das ist Dominos oberstes Gebot: Sicherheit.
Nyo kennt dieses gute Gefühl, aus dem Haus zu gehen und von den Wachen auf der Straße ein beruhigendes Lächeln zugeworfen zu bekommen. Ein Gefühl, das dank einiger „Ereignisse“ einen unguten Beigeschmack bekommen hat.
Er fand es nahezu unbegreiflich, wie die Leute sich auf ihre Arbeit stürzten. Mit lächelnden Gesichtern, vielleicht in Aussicht auf ein neues Hologlas-Tablet, gingen sie gesittet nach draußen und die Treppen hoch zum Bahnterminal. Enan und Nyo folgten ihnen mit der gleichen Sittsamkeit, um nicht aufzufallen. Die Menschen hier hatten ihr Lächeln scheinbar ins Gesicht gestanzt bekommen. Nyo fragte sich, wie man nur so fröhlich sein kann, wenn es doch offensichtlich war, dass sie in einem goldenen Käfig steckten.
Denn nichts anderes war Domino: Ein goldener Käfig.

Das Terminal war voll mit Menschen. Das war gut, so fielen sie nicht auf, allerdings mussten Enan und Nyo sich beeilen. In exakt sieben Minuten würde das Gebäude wie leergefegt sein. Dann waren nur noch die Wachen und Putzhilfen hier, die vergeblich Stunde um Stunde den Boden reinigten, sodass sie ihr Pensum an Arbeit für den Tag erreichten. Ab und zu sah man dann auch Reisende, die für ihren Job durch die gesamte Stadt pendeln mussten. Sonst war niemand hier. Gut so.
„Kara“, sagte Nyo mit gedämpfter Stimme. „Wir machen los. Stopp die Zeit.“
„Ja klar.“, hörte

 

 

Ein „WAAH!“ und mein Roman

Jep, ich weiß, ich bin spät dran mit meinem neuen Beitrag.

Uuuund dann ist es auch noch eine schlechte Nachricht.

Ich habe meinen Roman („Inside“) leider als Einzelprojekt aufgegeben.

Ich muss einfach jetzt mal eine neue Idee raushauen. Außerdem war „Inside“ langsam so verwinkelt, dass ich kaum noch weiterkam mit meinem Plot.

Vielleicht schreibe ich als Spaß mal daran weiter. Aber immerhin hab ich jetzt eine Menge Material zum posten.

…Wisst ihr, mir fällt auf, dass bei jedem meiner Anläufe, einen Roman zu schreiben („Inside“ ist der dritte) komme ich, trotzdem ich sie abbreche, immer ein Stück weiter.

Beim ersten Anlauf (siehe „1. Kapitel Keepers“) habe ich kennengelernt, was es heißt, einen Plot zu machen, Pläne zu schmieden, und sich eine Personenkonstellation auszudenken.

Bei Anlauf Zwei (siehe „Prolog Inside, Anlauf 1“) stand fest, wie der mitunter wichtigste Charakter meiner Geschichte heißen sollte: Nate. Die Abkürzung von Nathaniel.

Und im dritten und (bisher) letzten Anlauf konnte ich Nate zu einer festen Persönlichkeit machen. Sein voller Name ist Nathaniel („Nate“) Enan Plain.
Er lässt sich nur mit „Enan“ anreden, weil er mit seinem Erstennamen schlechte Erfahrungen gemacht hat (ich schiebe dem noch nicht ausgearbeiteten Antagonisten die Schuld in die Schuhe). Er ist die rechte Hand des Protagonisten.
Er verbirgt seine Gefühle hinter einem Lächeln, und ist voll und ganz darauf fixiert, meinen Protagonisten zu beschützen.
Er zeigt seine Gefühle nur, wenn sie zu intensiv werden (Erinnerungen an Vergangenheit…), allerdings ist er ein sehr gefühlskalter Charakter.
Er trägt einen Gehstock. Hat weiße Haare.
Er ist im Kampf gnadenlos und kann gut mit Worten umgehen.

Als Vorbild für Enan habe ich Charaktere wie Xerxes Brake aus „Pandora“ und Cinderella aus „Grimms Monster“ verwendet.

Hier ist ein Teil des ersten Kapitels, indem Enan auftaucht. Es hat mir unendliche Kopfschmerzen bereitet, da alles erst in der „Er“-Perspektive geschrieben war, bis ich mich um entschied. Nun sehen wir alles aus der Ich – Perspektive meines Protagonisten, Nayrad. Außerdem wollte ich noch mindestens einen größeren Konflikt einbauen, was mir nicht gelungen ist:

Hey, Kleiner!“

Ich schlug die Augen auf. Alles war bunt, was mich sofort aus dem Konzept brachte. In der Dunkelheit hatte ich vergessen, was Farben waren. Wie sie aussahen, welche Gefühle sie weckten. Ihre Vielfalt. Unschlüssig blinzelte ich und tat einen ersten, gedehnten Atemzug.

Atmen. Bei allen Göttern, wie sich das anfühlte! Die Luft füllte mich aus, nährte mich und ließ meinen Körper beben. Gierig atmete ich mehr ein, immer mehr, bis der Platz in meinen Lungen ausgeschöpft war und ich wieder ausatmen musste. Die farbigen Konturen vor meinen Augen wurden schärfer, doch mein Gehirn wollte immer noch nicht richtig arbeiten. Ich konnte sehen und ich konnte atmen. Das reichte mir erst einmal, um glücklich zu sein. Alles, was ich wollte war, für immer in diesem Rauschzustand zu bleiben, und…

Hey, KLEINER!“ Etwas stieß mich unsanft an der Schulter. Mein Körper sackte nach rechts. Auf dem Rücken liegend betrachtete ich den Himmel.

Ist er immer schon so grau gewesen?

Einen Augenblick nach diesem Gedanken tauchte etwas anderes in meinem Blickfeld auf. Ein heller, großer Punkt, der direkt über mir zu schweben schien.

Lebst du noch?“

Die Stimme ging von dem hellen Etwas über ihm aus, keine Frage. Vorsichtig hob ich den Arm, um es zu berühren. Meine Hand stieß gegen etwas Warmes, Lederartiges.

Heißt das ja?“, fragte die Stimme. „Na hör mal, hier so im Dreck zu liegen ist nicht gerade die Art des feinen Mannes. Steh auf.“

Etwas packte meine Hand und zog mich mit einem Ruck auf die Beine. Stehen war ich nicht mehr gewohnt. So stolperte ich eine paar Schritte nach vorn und sackte schließlich wieder gegen die Stimme. Sie fing mich etwas unbeholfen auf und lachte. „Mach jetzt nicht schlapp, klar? Sterben ist auch nicht die Art des feinen Mannes. Aber vielleicht bist du ja gar kein feiner Mann?“

W-wo…“, krächzte ich. Meine Stimmbänder schmerzten. Ich wollte mich wieder auf den Boden legen und schlafen. Auf den schönen, weichen Boden. Andererseits war „die Stimme“ so warm und so schützend, wie sie mich gerade festhielt. Unschlüssig plumpste ich auf die Knie.

Die Stimme seufzte, fast klang es schwärmerisch. „Warte. Du brauchst Wasser.“ Langsam wurden die Konturen wieder schärfer. Ich sah, wie zwei Hände vor mir einen kleinen Behälter von einem Gürtel lösten und den Deckel abschraubten. „Ich meine es ernst Kleiner, stirb mir jetzt nicht unter den Händen weg. Ich brauche dich noch. Hier, Trink.“

Der fröhliche Tonfall der Stimme machte mir Mut. Ich starrte den silbern glänzenden Behälter an. Wie trank man nochmal?

Die Stimme hockte sich kommentarlos hin und führte das Gefäß an meine Lippen. ich spürte, wie eine kühle Flüssigkeit ihm die Kehle er. Es schmeckte so leicht, war so unsagbar nährend. Mein Rachen kratzte nicht mehr. Ich fühlte, wie der Schmerz weggespült wurde und meine Stimmbänder auftauten.

Auf einmal erkannte ich auch, das „die Stimme“ sogar ein Gesicht hatte. Ein sehr schönes, jugendlich geformtes Gesicht, in das einige helle Haarsträhnen fielen. Es lächelte ihn an. „Besser?“

J-ja.“, brachte ich hervor.

Kenne ich dich nicht…?

Die Stimme…nein, der Mann half mir auf. Diesmal blieb er stehen. Irritiert starrte ich meinen Retter an. „Wer seid ihr?“

Wer ich bin? Nun, dass ist eine Frage, die niemand so wirklich beantworten kann, denke ich.“, meinte dieser in einem kindlichen Singsang. „Mein Name ist irrelevant. Aber nenn mich Enan, so wie keiner es tut.“

Stimmt, schoss es mir merkwürdigerweise durch den Kopf. Nicht Nate. Sie nennen dich Enan, aber das ist nicht dein richtiger Name.

——

Mal sehen, was ich noch alles mit Enan anstelle. Auf alle Fälle werde ich meine Fortschritte hier veröffentlichen.

 

 

WAAARRGH!!

Oh man, kennt ihr das?!

Ihr fang einen Roman an.

Schreibt.

Und schreibt.

Und schreibt.

Und dann fällt euch eine neue, viel bessere Idee zu einer Story ein???

Das kotzt mich so an! Ich weiß genau, wenn ich jetzt anfange, die neue Story zu Papier zu bringen, vergammelt die alte in meinem Kopf und wird zum gescheiterten Projekt.

Im Prinzip kann man das ganze nur Umgehen, wenn man die eine Story-Idee in die andere einbringt, aber…

…wenn man das andauernd macht, hat man letztendlich eine Story voll mit verwirrenden Neben- und Hintergrundgeschichten, sodass sich jeder Leser in dem Wirrwarr verirrt.

Am besten wäre es, man vermeidet das NACHDENKEN, damit man einfach auf keine andere Geschichte kommt.

Aber wenn wir das auch noch machen, besteht die ganze Welt am Ende nur noch aus Idioten. oder jedenfalls aus mehr, als ohnehin schon rumlaufen.

Autor in der Krise

Autoren haben es wirklich nicht leicht. Schreiben ist meist der blanke Horror, und manchmal weiß ich selbst nicht, warum ich mir das fast tagtäglich antue.

Und trotzdem höre ich nicht auf. Es ist immerhin Teil meines Lebens geworden, also mache ich es sowieso schon automatisch.

Aber gibt es überhaupt Möglichkeiten, das Ganze zu vereinfachen? Schreibblockaden, dieses „OMG, das ist so schlecht!“ Getue, während man vor dem Bildschirm oder dem Blatt Papier hockt und fast verzweifelt?

Ich habe ein bisschen recherchiert. Tipps probiert. Gestaunt.

Denn einige funktionieren wirklich bestens.

Was tun gegen Schreibblockaden?

Schreiben! Die häufigste Ursache von Schreibblockaden ist doch, dass man nicht weiß, wie es weitergehen soll. Aber rumsitzen und auf eine Inspiration zu warten bringt auch niemanden weiter. Also schreib einfach! Ob das, was dabei rauskommt nun gut oder schlecht ist, spielt keine Rolle.

Ideen kommen beim schreiben. Und zur Not haust du den ganzen Mist in den virtuellen Mülleimer.

 

Aber oft sind es auch die eigenen Gedanken, die einen fast alles hinhauen lassen. Mein Problem war, dass ich meinen Roman mit der festen Überzeugung geschrieben habe: „Dieses Buch wird einmal veröffentlicht und für alle Menschen, die es wollen, zugänglich sein!“

Aber das ist falsch.

Denn du schreibst nicht für andere.

Du schreibst für dich selbst.

Wenn man das erst einmal verinnerlicht hat, ist man nicht mehr so verkrampft beim Schreiben. Im Gegenteil.

Man kann Fehler machen.

Und wenn es nicht so gut klingt, ist es ja nicht so schlimm.

Denn es ist ja deine Geschichte. Nicht die von Anderen.

Von Fentanyl und Paranoia

Kennt ihr das, wenn ihr nach einer Schreibphase euren Suchverlauf durchguckt, und einfach nur denkt: Liebe NSA, eigentlich bin ich kein Mörder, wirklich! Bitte steinigt mich nicht!

Für alle, die sich als Leseratten auf meinen Blog verirrt haben: Suchverläufe von Autoren sind wirklich haarsträubend.

Und manchmal, wenn meine Eltern den Suchverlauf checken, kommen komische Gespräche dabei heraus.

„Anni, bist du etwa schwanger?“

„WAS? Nein, nein! Wie kommst du da drauf?!“

„Dein Suchverlauf… du hast nach Antibabypillen, dann nach Schwangerschaftstests und schließlich nach Babynamen und so einem Betäubungszeug gegooglet!“

(Zugegeben, dass habe ich in einer sehr unglücklichen Reihenfolge in meinem Verlauf hinterlassen)

„Gott, Mama, nein! Das brauchte ich für meinen Roman! Die Babynamen-Website benutze ich, um Namen für meine Charas zu finden!“

„Und das Betäubungmittel?? Bist du depressiv??“

„NEEIN! Das Zeug heißt Fentanyl, und ich wollte Leo, also einen Nebencharakter, an einer Überdosis von dem Zeug sterben lassen… IHN, nicht MICH!“

„Achso. Dann bin ich ja, äh… beruhigt, dass nur Leo stirbt.“

„…“

 

Nach meiner letzten Schreibphase sah mein Suchverlauf exakt so aus:

  • Elektronische Fußfesseln
  • Stock in den Hals bohren (da lande ich teilweise auf gutefrage.net)
  • Babynamen
  • synonyme.de
  • Heilung Beinbruch verkürzen
  • Wirkung von Chloroform
  • Wirksame Gifte
  • paranoia
  • unbegründeter Hass auf mitmenschen
  • vorurteile entstehung
  • psychische Erkrankungen hass

Und dabei schreibe ich nicht mal einen Thriller oder Krimi, sondern einen Fantasyroman.

Tja. Jetzt habe ich mir angewöhnt, meinen Suchverlauf zu löschen.

Und solltet ihr je so etwas finden, am Laptop eurer Freunde, Kollegen oder WG-Mitbewohner, denkt daran: stempelt ihn nicht sofort als Psychopathen oder Mörder ab.

Er könnte ein harmloser Autor sein.

And nobody understands…

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich für meinen Teil habe immer ein Notizbuch bei mir. Immer.

Oder zumindest einen Stift zum Schreiben. Auf deinen Arm kannst du immer schreiben.

Ich weiß nicht. Bin ich die einzige, die ihrem Hobby zuliebe so eine Manie hat? Vor einiger Zeit stand ich wieder einmal am Busbahnhof, und weil ich noch Zeit hatte, kritzelte ich den Entwurf eines kleinen Dorfes, in dem der Protagonist meines Romans gerade willkommen geheißen wurde, in mein Notizbuch. Auf einmal kam ein Junge meines Alters auf mich zu und fragte in einem etwas provozierendem Ton, was ich denn da mache. „Hausaufgaben?“

Ich verneinte und meinte nur: „Entwurf.“

„Du zeichnest?“, fragte er daraufhin, diesmal etwas interessierter. Ich nickte nur, mit der Hoffnung, ihn endlich loszuwerden.

„Die Bäume?“ Er nickte in Richtung der großen Lärchen gegenüber von uns.

Ich verneinte und erklärte, dass ich im Prinzip eine Karte zeichnen würde, für das Dorf der Hauptperson in meinem Roman.

„Ach ja,“ sagte er und drehte sich (wie einige Male zuvor auch schon) grinsend zu seinen Jungs um, bis er sich wieder an mich wandte, „du schreibst also. Tja, wie langweilig.“

Daraufhin lief er wieder zurück zu seiner Clique, immer noch feixend. Bei ihnen angekommen rief er mir nur noch zu: „Das sieht übrigens ziemlich scheiße aus, wie du da stehst und ‚zeichnest‘.“

„Streber!“, ergänzte ein anderer noch.

Ich konnte nur mit dem Kopf schütteln. Inkompetente, geistig zurückgebliebene Jungs sind ja nicht unüblich, aber dennoch passiert es mir oft, dass ich mit meinem Hobby als ‚Streber‘ abgestempelt werde, oder Leute es einfach nicht verstehen, wie ich mich stundenlang an den PC setzen und schreiben kann. Oder immer ein Notizbuch mit mir herumschleppe.

Daraufhin frage ich immer: Warum hörst du stundenlang Musik und hast immer Kopfhörer in den Ohren? Wie kannst du immer einen Bleistift in der Hand halten oder dich an den Tisch setzen und einfach die ganze Zeit zeichnen? Wie kann man sich bloß für eine ganze Nacht einem Computerspiel widmen und sein Nintendos und PS4 sogar in der Schule mithaben?

„Das ist halt mein Hobby.“, bekomme ich dann als Antwort.
„Na siehst du“, sage ich also, und widme mich wieder dem Charaktere-Ausdenken.

Manchmal habe ich das Gefühl, Schreiben ist mitunter das am meisten missverstandene Hobby der Welt.

Umso cooler das Gefühl, wenn du jemanden kennen lernst, der all diese Gedanken teilt.

(„OMG, somebody UNDERSTANDS!! Ich behalte dich für immer!“)

 

Geburt einer Autorin

Für einen „Writer“ gibt es denke ich nicht wirklich ein Schlüsselerlebnis für den Anfang seines Tuns, so was nach dem Motto: „Wupp! Ab jetzt bin ich Autor/in!“

Die Grenze ist wohl eher fließend, so wie ich es von meinen Kollegen und Freunden vernommen habe.

Bei mir war das ungefähr so:

Ich war (und bin) eine Leseratte. Ich habe Bücher wirklich verschluckt, ich habe es genossen, die Handlung in meinem Kopf seinen Weg gehen zu lassen. Was ich auch wirklich gern gemacht habe: Mir Szenen nach dem Ende des Buches auszudenken, also „Wie könnten die Protagonisten weitergelebt haben?“ /“Was könnte noch passiert sein?“. Das war nicht nur bei Büchern, sondern auch bei Filmen so.

Und außerdem habe ich mich in die Handlung reingeträumt. Dass ich Teil der Geschichte bin, mit den Protagonisten kämpfe, mit ihnen befreundet bin und sie unterstütze.

Gut, ich meine, macht das nicht jeder?

Außerdem wünschte ich mir, mal meine eigene Geschichte zu schreiben.

Und irgendwann bin ich auf die Idee gekommen: Das geht doch!

Es entstanden Geschichten, Fan-Fiktions mit mir selbst, einzelne Dialoge auf Englisch und Deutsch. Das Schreiben machte mir einfach Spaß und wurde zur Routine. Ich las meine Texte auch gern selbst (also, früher. Heute denke ich mir immer, „War ich eigentlich auf Drogen oder so, was habe ich da fabriziert?!“).

Erst sehr viel später kam mal durch ein Gespräch mit meinen Eltern heraus, dass das Schreiben in unserer Familie liegt. Ein Autoren-Gen, find ich irgendwie witzig 🙂

Nun gut, dass war meine Geschichte. Wie seid ihr so zum Schreiben gekommen, meine lieben Writer?