Der erste Gedanke

Wer gerne schreibt, kennt das wahrscheinlich:

Auf einmal hat man eine Idee. So nach der dritten bis fünften Literflasche Cola, mitten im Restaurant, im London Eye, auf dem Mount Everest oder woanders. Meistens irgendwo, wo man weder Zettel noch Stift in der Hand hält.

Okay, gut, lassen wir das. Darum geht es ja gerade nicht.

Jedenfalls hindert einen ja niemand daran, diese Idee umzusetzen. Höchstens man selbst, wenn man keine Zeit, Lust oder Selbstbewusstsein dazu hat.

Meistens scheitert es dann am Angehen, an den ersten Schritten Richtung Ziel. Wenn man Stunden und Tage an der Idee feilt und man dann merkt: Das ist zu viel. Oder zu wenig. Oder zu komisch. Oder zu… was weiß ich. Dann bricht man das Ganze Unternehmen frustriert ab, verkriecht sich unter die Bettdecke, frisst Ben&Jerry-Eis, lernt nicht mehr für die Schule, bekommt schlechte Noten, einen schlechten Abschluss, nirgendwo einen Job und landet letztendlich unter einer Brücke.

That escalated quickly.)

Wer Angst hat, dass genau das passiert, der kann mal einen Blick in meine Methoden und Tipps werfen. Jeder hat seinen eigenen Stil, eine Geschichte zu entwerfen, aber ein erweitertes Blickfeld heißt neue Möglichkeiten, das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Aufzeichnen und Erweiterung der Idee

Eine Idee am Anfang ist schön und gut, aber sie ist und bleibt ein ungeschliffener Diamant, wenn man ihn einfach nur in der Hand hält. Die Aufgabe eines Schriftstellers ist es schließlich. solche „Ideen-Diamanten“zu schleifen. Dazu musst du deine Ideen erweitern.

Tja, wie aber? Wie gesagt, jeder hat seine eigenen Methoden. Der Grundstein für all diese Methoden ist das erstmalige Aufzeichnen der Idee. Aber Vorsicht: herrausragend ist ersteinmal die Grundidee. Nur dein erster Gedanke. Danach kannst du alles weitere aufzeichnen. Das hier soll noch kein Storyboard werden. Ich empfehle, die Idee so detailreich wie möglich aufzuzeichnen. Am besten, du untergliederst alles so gut wie es geht. Dann ist es übersichtlicher.

Du musst die keine Sorgen machen, wenn du merkst, dass du etwas zu detailreich mit deiner Idee warst und nun Angst hast, das es ziemlich kompliziert werden könnte – das ist sogar gut. Damit streichst du beim Schreiben schon die ersten Punkte wieder. Im Kopf, natürlich. Auf dem Blatt kannst du sie vorerst markieren, oder ein (DELATE) dahinter setzen. Achtung: noch nicht löschen! Alle Ideen sind vorerst nützlich!

Was machen, wenn man keine guten Ideen zur Erweiterung der Geschichte hat?

KEINE PANIK! Nein, ernsthaft. Du brauchst einfach Pausen. Zeit. Mach einfach irgendwas anderes. Male. Koche. Treibe Sport. Ideen kommen von allein.

Was ich auch gern mache: Filme schauen und Bücher lesen. Das fördert die Kreativität ungemein und inspiriert.

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Ob du alle wichtigen Informationen über die Geschichte hast, merkst du, wenn du folgene Fragen beantworten kannst:

  1. Wer sind die Hauptpersonen?
  2. Was ist ihre Mission in der Geschichte?
  3. Gibt es wichtige Nebenrollen? Wenn ja, welche?
  4. Warum betrachtest du diese Nebenrollen als wichtig?
  5. Welches Genre hat die Geschichte?
  6. Hast du schon einige einzelne Szenen etwas deteilreicher vor Augen? Wenn ja, welche und wie sehen sie aus?
  7. Wer ist der Antagonist? Welchen Bezug hat er zum Protagonisten?
  8. Was willst du mit deiner Geschichte ausdrücken, welche Moral kann man aus ihr schließen?

Hast du alle Fragen beantworten können? Hervorragend! Wenn du dir immer noch unsicher bist und nicht alle Antworten parat hattest, fang einfach an, ein paar mögliche Szenen deiner Geschichte zu schreiben.

Andernfalls kannst du anfangen, deine Geschichte zu schreiben! Mit dem Storyboard für eine Geschichte befasse ich mich in dem nächsten Kapitel.

LG, Annelie

 

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