Storyboard

Tja, braucht man eigentlich ein Storyboard? Viele sind sich dabei geteilter Meinung. Ich kann dabei wieder nur sagen: jeder schreibt anders, jeder hat seinen eigenen Stil. Es kommt aber auch immer auf die Geschichte selbst an. Hier sind ein paar Tipps, wir ihr euer eigenes Storyboard erstellt.

Zutatenliste:

  • eine neue Wordseite (oder alle anderen Schreibprogramme, was weiß ich. Es wird euch schon nicht der Zorn des fliegenden Holländers treffen, wenn ihr nicht Word nehmt.)
  • eine Idee (bitte recht gut gewürzt)
  • eine 60-Minuten-Packung Zeit (Menge darf variieren)
  • Geduld und Spucke (gemischt)
  • Wille und eine Prise Selbstbewusstsein

1. Strukturiert

Ein Storyboard ist dazu da, deine Geschichte zu planen. Also brauchst du erst einmal eine Idee, die du aufschreibst und aufbaust (siehe „Der erste Gedanke“). Dies ist eine Methode für alle, die es gern ordentlich und durchgeplant haben.

Legt euch Kategorien an. Charaktere, Beziehungen, Welt, Konflikte, Handlungsorte, Handlungsablauf, alles was euch einfällt. Auch Unterkategorien sind erlaubt.

Das alles kann so ausführlich sein, wie ihr wollt. Während des Ausfüllens der Kategorien werden euch immer mehr Ideen kommen, die ihr niederschreiben könnt. Ihr könnt eure Geschichte Punkt für Punkt genau durchplanen, und es wird euch ein leichtes sein, die niedergeschriebenen Informationen später wieder aufzurufen. Hier ist ein Ausschnitt aus einem solchen Storyboard, dass ich bei meinem ersten großen, leider vorerst aufs Eis gelegten Idee angefertigt habe:


Clanbildene Völker:

Sonnenvolk

  • Wappentier: ohne Wappentier, haben ihr Wappentier an den Rothimmelstamm vergeben, da ihr Gebiet nicht so viele Faras leben wie im vergebenen Gebiet an den Rothimmelstamm
  • Prota-Volk

Wolkencamp

  • Muttervolk: Sonnenvolk
  • Späteres Wappentier: Krox

Namen + Beziehungen Haupt.:

SONNENVOLK:

Führer:

Bujuke Yeta (Großer Anführer) – kleiner Bruder von Kusukela, leitet das Sonnenvolk

Vertreter:

Fedor

Älteste:

Kusukela (Anfang) – kurz Kusuke, Ältester, erzählt Marija von ihrem Vater, älterer Bruder von Bujuke

Schura – weise alte Volksgefährtin, Marija mag sie sehr

Wächter:

Arla – hilft gern ihren Volkgefährten, wünscht sich ein Kind

Atalaya (Die Wächterin) – kurz Lay, Torwächterin. Gute Freundin von Marija

Birk – Vertrauensperson, erster Ansprechpartner bei Problemen, kümmert sich gern um die Psyche seiner Gefährten

Fedor – ziemlich streng und loyal, Adjutant von Marija, nebenbei Vertreter des Sonnenvolkes

Gereon – ehemalig sehr guter Wächter, Mitte dreißig. Durch Lähmung im linken Bein kampfunfähig, hilft Goldmohn und Mohnblüte gern bei der Arbeit. Ist sonst nur bei den Torwächtern tätig.Wird oft als Ältester behandelt.

Sonstiges (Menschen):

Führer – der Name sagt alles

Vertreter – Vertreter des Führers. Bei Ausfall des Führers auf Zeit übernimmt der Vertreter alle Pflichten des Führers. Außerdem vertritt er das Volk, ist sonst aber ein normaler Wächter mit guter Bindung zum Führer

Weiser – kennt alle Heilkräfte, muss mit dem Vorläufer verwandt sein. Werden oft bei Problemen um Rat gefragt


 Außerdem gab es noch eine Kategorie, in der die Entwicklung der Volksgruppen von mir dokumentiert wurden. Alles im Allen habe ich bestimmt vier Seiten geschrieben, zwei davon allein für die Charaktere, da es die Personen eines ganzen Volkes waren.

Aber weiter im Text.

So oder so ähnlich kann man es anstellen. Strukturiert, geordnet, startbereit.

Hier noch mal eine Zusammenfassung:

Vorteile:

  • Informationen durch strukturierte Ordnung schnell abrufbar
  • Hilft zur Inspiration
  • Geschichte wird gut geplant, man muss während des Schreibens der eigentlichen Geschichte weniger Sorgen um die folgende Handlung machen

Nachteile:

  • erfordert Zeit, Geduld und ein gesundes Maß an Kreativität
  • kann dazu führen, dass man die Lust am Schreiben verliert, weil man sich nicht schnell genug zu den „Höhepunkten“ voran arbeiten kann
  • oder, dass man einfach viel zu schnell schreibt, also einfach die ausgedachten Ereignisse in die Story klatscht und die ganze Geschichte nicht gut wird

Tipp:  Besonders für Autoren geeignet, die es sich schwer tun, während des Schreibens weitere logische und spannende Ereigniswechsel auszudenken und deswegen ständig in einer Schreibblockade stehen.

Aber Achtung vor den vermeintlichen Folgen: Nach einigen Tagen bis Wochen kann es sein, dass ihr eure Idee auf einmal komisch, unlogisch, nicht umsetzbar findet und sie abändert. Dadurch verliert ihr leicht den Roten Faden eurer Story!

2. Als Nebensache

Mein persönlicher Favorit. Diese Art von Storyboard schreibt man parallel zur Handlung, also erst fängst du an, deine Geschichte zu schreiben, und währenddessen kommen dir Ideen, die du dokumentierst.

Ich beziehe mich dabei nicht auf die detaillierte Beschreibung der Form, sondern eher auf kurze Notizen, die man sich als Gedankenstütze anlegt. Die wichtigsten Sachen, die man braucht.

Das können sein: Kurze Stichpunkte zu wichtigen Charakteren, Handlungen, Namen, Beziehungen, ein paar Worte zur Lage von Handlungsorten, wie sie sich kurzzeitig verändern, welche Punkte man später noch mal auffassen will in der Story.

Die Ausführung ist simpel, es gibt keine Regeln, man schreibt die Informationen einfach ohne irgendwelche Gliederungen hin. Völlig zusammenhangslos 😉

Für den Anfang, jedenfalls. Wenn die Story sich entwickelt und man mit den Informationen fast schon eine Seite füllt, sollte man sich eine gewisse simple Gliederung anschaffen. Charaktere und Handlung, beispielsweise.

Vorteile:

  • einfach und schnell anzufertigen
  • erhält einen Roten Faden (bei übersichtlicher Aufführung)

Nachteile:

  • wird mit der Zeit unübersichtlich
  • meist nicht sehr detailgetreu

Tipp: Für Schreiber geeignet, die sich grundsätzlich gar kein Storyboard erstellen und den Handlungsablauf deshalb gern mal unlogisch oder verwirrend gestalten. Oder einfach nur Faule 🙂

3. Zehn-Kapitel-Board

Du untergliederst deine Geschichte, die du schreiben willst, einfach in zehn (oder mehr oder weniger) große Kapitel, betitelst sie und führst das Ganze dann ähnlich aus wie bei der ersten Art.

Gut, du musst pro Kapitel nicht unbedingt genauso detailreich vorgehen, wie ich beschrieben habe. Man könnte Dinge einbringen wie:

  • neu hinzukommende Charakter
  • Handlung (Höhepunkte)
  • Im weiteren Handlungsverlauf zu beachtende Details (kurze Inhaltsangabe, eventuell)

Ja. Das wars eigentlich. Das reicht.

Vorteile:

  • recht übersichtlich
  • einfach zu gestalten

Nachteile:

  • man muss sich noch vor Beginn seiner Geschichte über den genauen Ablauf einig sein
  • dies wiederum kann zu Problemen beim weiteren Schreiben führen, wenn du beispielsweise ein bestimmtes Ereignis löschen oder dazu nehmen musst, kommt die Handlungskette evtl. durcheinander

4. Das Charakter-Board

Bei dieser Variante unterteilst du das Storyboard in deine Charaktere auf. In die einzelnen „Abteile“ stehen dann Beziehungen des Charakters, persönliche Daten, seine Rolle in der Story und vor allem wann er auftaucht und was er verändern wird. Das ziehst du mit allen relativ wichtige Charakteren deiner Story durch.

Vorteile:

  • man hat einen guten Überblick über die Charakter und ihre sich verändernde Rolle

Nachteile:

  • extrem Zeitaufwendig
  • hilft nicht wirklich, den Roten Faden zu bewahren. Im Gegenteil.

Tipp: Diese Art von Storyboard eignet sich besonders für Kurzgeschichten, oder überhaupt Geschichten mit wenig Personal (also wenigen Charakteren).

 

Natürlich gibt es noch einiges mehr an Varianten, aber diese hier sind meine Favoriten. Habt ihr Ideen für andere Storyboard? Dann her damit!

Der nächste Artikel wird sich mit dem Erstellen der Charaktere befassen.